Software-Installation auf einem Virtual Server – Beispiel WordPress CMS

Ein Virtual Private Server (VPS) bietet maximale Flexibilität für individuelle Webprojekte – sei es eine Unternehmenswebsite, ein Blog, ein Onlineshop oder ein Forum. Doch bevor Besucherinnen und Besucher Ihre Seite aufrufen können, müssen Sie zunächst die passende Software installieren und konfigurieren. Ein besonders beliebtes Beispiel ist das Content-Management-System "WordPress", das weltweit Millionen Websites antreibt.

In diesem Beitrag zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie WordPress auf einem VPS installieren – wahlweise bequem über Plesk oder manuell über die Kommandozeile. Zusätzlich erklären wir die wichtigsten Vorbereitungen wie die Einrichtung des LAMP-Stacks und der Datenbank. Am Ende haben Sie nicht nur eine funktionsfähige WordPress-Installation, sondern auch das nötige Know-how, um Ihren Server selbstständig zu verwalten.


Software selbst auf dem VPS installieren

Mit einem Virtual Private Server erhalten Sie maximale Flexibilität, Ihren Server exakt nach den eigenen Anforderungen zu gestalten. Diese Gestaltungsfreiheit setzt allerdings voraus, dass Sie bereit sind, etwas Zeit und technisches Wissen in das Server-Management zu investieren. Im Folgenden zeigen wir Ihnen die grundlegenden Schritte, um Anwendungen eigenständig einzurichten.

Setzen Sie – wie die Mehrheit der Nutzer – auf ein Linux-basiertes System, erfolgt die Verwaltung im Gegensatz zu einem Windows-Server ausschließlich über die Kommandozeile. Das erfordert ein gewisses Maß an Erfahrung und ist weniger komfortabel, bietet dafür aber volle Kontrolle. Bevor Sie eine neue Software manuell installieren, lohnt sich ein Blick auf die Möglichkeiten Ihres Hosting-Anbieters: Viele Provider stellen mit Tools wie Plesk oder cPanel leistungsfähige Verwaltungsoberflächen bereit, über die sich gängige Anwendungen mit wenigen Klicks automatisch einrichten lassen. Ist Ihre gewünschte Software dort jedoch nicht enthalten oder verzichten Sie bewusst auf diese Tools, bleibt die manuelle Installation über die Konsole der nächste Schritt.


WordPress über Plesk installieren

Ursprünglich im Jahr 2003 als reine Blog-Software entwickelt, hat sich WordPress längst zum weltweit führenden Content-Management-System etabliert. Millionen von Websites – von Unternehmensseiten über Online-Shops bis hin zu Magazinen – basieren heute auf dieser Open-Source-Lösung. Genau deshalb eignet sich WordPress hervorragend als Beispiel für die Installation eines CMS auf einem Virtual Private Server. Die Einrichtung anderer Content-Management-Systeme (CMS) wie Joomla oder Drupal folgt in den meisten Fällen einem vergleichbaren Ablauf.

Verwenden Sie zur Serververwaltung das Tool Plesk, profitieren Sie von der integrierten 1-Klick-App-Installation. Damit lassen sich zahlreiche Anwendungen, darunter selbstverständlich auch WordPress, in kürzester Zeit einrichten. Das System übernimmt automatisch die notwendigen Schritte – von der Installation der Software über die Konfiguration der Datenbank bis hin zu den wichtigsten Grundeinstellungen. So können Sie ohne tiefere Linux-Kenntnisse schnell und unkompliziert mit Ihrem neuen CMS durchstarten.

Sie möchten WordPress für Ihre Webseite einsetzen, aber haben keine Lust oder nicht die Kenntnisse sich um die Administration eines eigenen Servers zu kümmern? Nutzen Sie stattdessen einen unserer Hostingtarife (Privatkunden - Geschäftskunden), die mit den gängisten CMS-Anwendungen kompatibel sind und mit Plesk als Basis eine 1-Klick-Installation bieten.

WordPress mit dem Plesk WP Toolkit installieren – Schritt für Schritt

  • Schritt 1: Anmelden und Bereich öffnen
    Melden Sie sich in Plesk an und wählen Sie in der linken Navigation unter Serververwaltung den Punkt WordPress aus.
  • Schritt 2: WP Toolkit starten
    Es öffnet sich das WP Toolkit, in dem alle vorhandenen WordPress-Installationen übersichtlich gelistet sind. Klicken Sie auf Installieren, um eine neue Instanz anzulegen.
  • Schritt 3: Grundkonfiguration festlegen
    Vergeben Sie einen Website-Titel, wählen Sie die gewünschte WordPress-Version und erstellen Sie einen Admin-Benutzernamen samt starkem Passwort (verwenden Sie nach Möglichkeit nicht „admin“). Tragen Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein – dorthin sendet Plesk später die Zugangsdetails und Benachrichtigungen.
  • Schritt 4: Datenbank & Updates prüfen
    Die im Abschnitt Database vorgeschlagenen Werte können in der Regel unverändert übernommen werden (Optional: Tabellenpräfix anpassen). Auch die Vorgaben unter "Einstellungen für automatische Updates" sind für die meisten Umgebungen sinnvoll und können so belassen werden.
  • Schritt 5: Installation ausführen & anmelden
    Bestätigen Sie mit Installieren. Plesk richtet WordPress nun automatisch ein; nach kurzer Zeit ist der Prozess abgeschlossen. Über Anmelden gelangen Sie direkt zur Anmeldeseite Ihres neuen WordPress-Dashboards.


WordPress manuell auf einem VPS installieren

Die Einrichtung von WordPress lässt sich selbstverständlich auch ohne grafische Verwaltungsoberfläche durchführen – direkt über die Kommandozeile. Dazu stellen Sie per SSH-Verbindung eine sichere Verbindung zu Ihrem Server her. Unter Windows bietet sich hierfür beispielsweise das Tool PuTTY an, während Linux- und macOS-Nutzer das Terminal nutzen können. Benötigt werden lediglich die Zugangsdaten, die Sie von Ihrem Hosting-Anbieter erhalten haben.

Auf diese Weise haben Sie die volle Kontrolle über jeden einzelnen Schritt der Installation – von der Einrichtung des Webservers und der Datenbank bis hin zur Konfiguration von PHP und den WordPress-Dateien. Diese Variante erfordert zwar etwas mehr technisches Know-how, bietet dafür jedoch maximale Flexibilität und Unabhängigkeit.

LAMP-Stack als Fundament für Ihr Webprojekt einrichten

Egal, ob Sie eine WordPress-Website, einen Magento-Shop oder ein vBulletin-Forum betreiben möchten – eine stabile Serverumgebung ist die Grundvoraussetzung. Besonders bewährt hat sich dafür die Kombination aus Linux, Apache, MariaDB (als leistungsstarker Fork von MySQL) und PHP. Aus den Anfangsbuchstaben ergibt sich die Abkürzung LAMP-Stack, die in der Webentwicklung längst zum Standard gehört.

Für die Installation auf einem Ubuntu-Server gehen Sie Schritt für Schritt wie folgt vor:

  • Schritt 1: SSH-Verbindung herstellen
    Melden Sie sich per Terminal bei Ihrem Server an. Unter Windows können Sie dazu beispielsweise PuTTY nutzen, während Linux- und macOS-Nutzer direkt das Terminal verwenden.
  • Schritt 2: Paketquellen aktualisieren
    Damit die neuesten Versionen aller Komponenten verfügbar sind, führen Sie zunächst ein Update durch:
    sudo apt update
  • Schritt 3: Apache, MariaDB und PHP installieren
    Im nächsten Schritt installieren Sie die zentralen Bestandteile des LAMP-Stacks mit einem einzigen Befehl:
    sudo apt install apache2 mariadb-server php libapache2-mod-php php-mysql
  • Schritt 4: PHP für WordPress optimieren
    Ergänzen Sie Ihre PHP-Umgebung um wichtige Erweiterungen, die für den Betrieb von Content-Management-Systemen wie WordPress notwendig sind:
    sudo apt install php-curl php-gd php-mbstring php-xml php-xmlrpc php-soap php-intl php-zip

Nach Abschluss dieser Schritte steht Ihnen eine voll funktionsfähige LAMP-Umgebung zur Verfügung – die optimale Basis, um darauf Ihr gewünschtes Webprojekt zu installieren und zu betreiben.

Datenbank für WordPress einrichten und absichern

Damit WordPress – oder auch ein anderes Content-Management-System – alle Inhalte, Einstellungen und Benutzerinformationen speichern kann, wird eine relationale Datenbank benötigt. Auf einem LAMP-Stack übernimmt diese Aufgabe in der Regel MariaDB.

  • Schritt 1: MariaDB absichern
    Direkt nach der Installation empfiehlt es sich, die Datenbankumgebung zu härten. Mit folgendem Befehl starten Sie das Sicherheits-Skript:
    sudo mysql_secure_installation
    Hier können Sie unter anderem ein individuelles Root-Passwort festlegen, anonyme Nutzer entfernen und die Sicherheit der Datenbank erhöhen.
  • Schritt 2: In die MariaDB-Konsole wechseln
    Um eine neue Datenbank für WordPress anzulegen, öffnen Sie die Konsole mit:
    sudo mariadb
  • Schritt 3: Neue Datenbank und Benutzer erstellen
    In der Konsole führen Sie die folgenden Befehle aus:
    CREATE DATABASE wordpress;
    GRANT ALL PRIVILEGES ON wordpress.* TO 'wordpressuser'@'localhost' IDENTIFIED BY 'starkespasswort';
    FLUSH PRIVILEGES;
    EXIT;
    Dabei können sowohl der Datenbankname (wordpress), der Benutzername (wordpressuser) als auch das Passwort individuell (starkespasswort) angepasst werden. Wichtig ist die Wahl eines sicheren Passworts, da dieses später in der Konfigurationsdatei von WordPress hinterlegt wird.

Mit dieser vorbereiteten Datenbank ist die Grundlage geschaffen, damit WordPress bei der Installation sämtliche Inhalte zuverlässig speichern und verwalten kann.

WordPress herunterladen, konfigurieren und startklar machen

Sobald die Datenbank eingerichtet ist, können Sie mit der eigentlichen Installation von WordPress beginnen.

  • Schritt 1: WordPress herunterladen
    Dazu laden Sie zunächst die aktuelle Version der Software direkt von der offiziellen Quelle herunter:
    wget https://wordpress.org/latest.tar.gz
  • Schritt 2: Archiv entpacken und Dateien verschieben
    Nach Abschluss des Downloads entpacken Sie das Archiv und verschieben die entpackten Dateien in das Hauptverzeichnis Ihres Webservers:
    tar -xzvf latest.tar.gz
    sudo mv wordpress /var/www/html/
  • Schritt 3: Konfigurationsdatei erstellen und anpassen
    WordPress bringt eine Beispielkonfigurationsdatei mit. Diese kopieren Sie und ergänzen anschließend Ihre individuellen Datenbank-Informationen:
    sudo cp /var/www/html/wordpress/wp-config-sample.php /var/www/html/wordpress/wp-config.php
    sudo nano /var/www/html/wordpress/wp-config.php
    Achten Sie darauf, die Werte für DB_NAME, DB_USER und DB_PASSWORD so einzutragen, wie Sie diese bei der MariaDB-Einrichtung festgelegt haben.
  • Schritt 4: Dateiberechtigungen setzen und Server neustarten
    Damit WordPress problemlos ausgeführt werden kann, müssen die Zugriffsrechte korrekt gesetzt sein. Anschließend starten Sie den Apache-Webserver neu:
    sudo chown -R www-data:www-data /var/www/html/wordpress
    sudo service apache2 restart
  • Schritt 5: WordPress-Setup im Browser starten
    Jetzt können Sie die Installation über Ihren Browser abschließen. Geben Sie dazu Ihre Serveradresse ein, gefolgt von /wordpress (z. B. http://Ihre-IP-Adresse/wordpress). Dort öffnet sich der bekannte WordPress-Installationsassistent, mit dem Sie die Grundeinstellungen Ihrer neuen Website vornehmen.


WordPress-Installation abschließen und erste Schritte

Nach erfolgreicher Einrichtung über den Browser haben Sie nun eine frische WordPress-Installation auf Ihrem Virtual Private Server (VPS). Bevor Sie direkt mit dem Erstellen von Inhalten starten, lohnt es sich, ein paar grundlegende Maßnahmen zur Sicherheit und Optimierung vorzunehmen:

  • Administrator-Zugang absichern: Verwenden Sie einen eindeutigen Benutzernamen (nicht „admin“) und ein starkes Passwort, um unbefugten Zugriff zu verhindern.
  • SSL-Zertifikat einrichten: Aktivieren Sie HTTPS, etwa mit Let’s Encrypt, um die Datenübertragung zwischen Besucherinnen und Besuchern und Ihrem Server zu verschlüsseln.
  • Automatische Updates konfigurieren: Halten Sie WordPress, Themes und Plugins stets aktuell, um Sicherheitslücken zu vermeiden.
  • Backups einrichten: Sorgen Sie für regelmäßige Sicherungen Ihrer Datenbank und Dateien – am besten automatisiert.
  • Performance optimieren: Nutzen Sie Caching-Plugins oder ein Content Delivery Network (CDN), um Ladezeiten zu verkürzen und die Nutzererfahrung zu verbessern.

Mit diesen Schritten legen Sie nicht nur die Basis für eine sichere und stabile WordPress-Seite, sondern schaffen auch die Grundlage für langfristigen Erfolg Ihres Webprojekts.


Fazit

Die Installation von WordPress auf einem VPS ist mit den richtigen Werkzeugen und etwas technischem Verständnis schnell umgesetzt. Während Tools wie Plesk mit 1-Click-Installationen für einen besonders komfortablen Einstieg sorgen, bietet die manuelle Einrichtung über die Kommandozeile maximale Flexibilität und Kontrolle.

Mit einem korrekt konfigurierten LAMP-Stack, einer abgesicherten Datenbank und den passenden PHP-Erweiterungen schaffen Sie eine solide Basis für Ihr Webprojekt. Nach der Einrichtung von WordPress empfiehlt es sich, direkt wichtige Maßnahmen wie SSL-Verschlüsselung, Backups und Updates umzusetzen, um Sicherheit und Performance langfristig zu gewährleisten.

So haben Sie die volle Freiheit, Ihr Projekt ganz nach Ihren Vorstellungen zu gestalten – unabhängig davon, ob Sie einen Blog, eine Firmenwebsite oder eine komplexe E-Commerce-Plattform betreiben möchten.


FAQ - Häufig gestellte Fragen

Welche VPS-Ressourcen (RAM, CPU, Speicher) werden für WordPress empfohlen?

Die Anforderungen hängen stark von der Größe und dem Traffic Ihrer Website ab. Für kleine bis mittelgroße Blogs genügen oft 1–2 GB RAM und 1 CPU-Kern. Shops oder stark frequentierte Seiten profitieren von mindestens 4 GB RAM und mehreren CPU-Kernen sowie SSD-Speicher.

Kann ich mehrere WordPress-Instanzen auf einem VPS betreiben?

Ja, auf einem VPS lassen sich mehrere Websites parallel installieren. Jede Installation sollte idealerweise eine eigene Datenbank und eigene Verzeichnisse erhalten, um Konflikte zu vermeiden. Verwaltungswerkzeuge wie Plesk oder cPanel erleichtern das Multisite-Management erheblich.

Welche Sicherheitsmaßnahmen sind speziell für VPS-Hosting empfehlenswert?

Neben WordPress-spezifischen Maßnahmen empfiehlt es sich, Firewalls zu konfigurieren, SSH-Zugänge nur über Schlüssel zu erlauben, regelmäßige Server-Updates durchzuführen und Fail2Ban oder ähnliche Schutzmechanismen gegen Brute-Force-Angriffe zu nutzen.

Kann ich die WordPress-Installation auf einem VPS einfach migrieren?

Ja, sowohl manuell über Datenbank-Export/Import und Dateikopie als auch über Plugins wie Duplicator oder All-in-One WP Migration können Sie Websites zwischen Servern verschieben.

Welche PHP-Version ist für WordPress optimal?

WordPress empfiehlt aktuell PHP 8.0 oder höher. Ältere Versionen werden zwar oft noch unterstützt, bieten jedoch weniger Performance und Sicherheitsfunktionen.

Wie kann ich die Ladezeiten meiner WordPress-Seite auf einem VPS verbessern?

Neben Caching-Plugins und einem CDN können Sie die Datenbank optimieren, Bilder komprimieren, die PHP-Version aktualisieren und serverseitige Tools wie OPcache oder Nginx als Reverse-Proxy einsetzen. Weitere Tipps zur Verbesserung der Ladezeiten Ihrer WordPress-Installation können Sie in unserem Blogartikel "Wie Sie die Ladezeit von WordPress verbessern können" finden.

Wie kann ich auf einem VPS mehrere Domains mit einer WordPress-Installation betreiben?

Dies lässt sich über WordPress Multisite oder die Einrichtung mehrerer Virtual Hosts im Webserver realisieren. Multisite eignet sich, wenn alle Seiten zentral verwaltet werden sollen, während Virtual Hosts mehr Unabhängigkeit bieten.

Wie kann ich den Speicherplatz auf einem VPS überwachen?

Tools wie du, df, htop oder Verwaltungsoberflächen wie Plesk/cPanel helfen, den Speicherverbrauch von Dateien, Datenbanken und Logs im Blick zu behalten.

Welche Backuplösungen sind für WordPress auf einem VPS am zuverlässigsten?

Neben Plugins wie UpdraftPlus oder BackWPup können auch serverseitige Backups via Cronjobs oder Snapshots des VPS erstellt werden. Eine Kombination aus beiden Methoden bietet maximale Sicherheit.

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